Ich habe mir gestern ernsthaft Gedanken darüber gemacht, in wie weit klassisches TV überhaupt noch zeitgemäß ist. Oder anders gefragt: In wie weit muss man sich das Elend überhaupt noch antun?

Informationsbeschaffung wird zunehmend auf das Internet verlagert. Politik, Wirtschaft, Klatsch und Tratsch, Meinungsbildung, Glamour, Glitzer, Filme, Serien, Musikvideos. Alles. Alle Informationen, die wir brauchen, finden wir im Grunde genommen auch im Netz.

Das Gros der weniger geistig verwirrten ist demnach im Netz anzutreffen. Ich vermute, dass sich Menschen, die sich Tag für Tag mit der Machete durch den Netzdschungel prügeln, einen gewissen Intellekt besitzen. Überwiegend jedenfalls.

Der Rest bleibt vor dem Fernseher hängen. Und verblödet. Oder ist schon verblödet. Ohne Zweifel wird TV-Programm auf eine Zielgruppe zugeschnitten. Und zwar auf die, die so blöd sind und noch vorm Fernseher hängen. Und die sind meistens nicht weniger blöd als die Protagonisten der TV-Zumutung. Na dann passt ja alles.

Wobei ich ja jetzt zugeben muss, dass ich nicht nur im TV damit konfrontiert werde, sondern auch im Netz. Aber da ist es dosiert. Und ich habe 10000e, werbefreie Alternativen. Da liegt wohl der Unterschied. Und gucke es nicht, weil es mich beim bügeln unterhält, sondern eher bei einem Glas Wein amüsiert. Die Sichtweise der Unterhaltung ist eine andere.

Für mich steht jedoch fest: Für meinen Anspruch ist klassisches TV total überholt. Ich bleib im Netz. Da fühl ich mich wohl. Da bekomme ich alles was ich brauche. Die ganze Welt liegt mir dort online zu Füßen und serviert mir Informationen auf dem Silbertablett. Wenn man es zu nutzen weiß und die enorme Macht nicht unterschätzt.